Apr 06 2009
Innerhalb eines Monats…
…habe ich sowohl das beste als auch das schlechteste Konzert erlebt, das ich je besucht habe: Am 6. März ging’s zu East 17 nach Leipzig, am 4.4. zu Pink in Hannover. Und nun dürft ihr raten, welches der beiden Konzerte welchen Titel ergattert hat
Manch einer mag sagen “Selbst Schuld, dass du da hingefahren bist” - aber wenn die Helden meiner Jugend schon ein Comeback starten, muss ich doch mal schauen, was aus ihnen geworden ist. Also war ich am 6. März pünktlich in Leipzig vor Ort - und bei dem Wort “pünktlich” ging die Odyssee auch schon los. Es galt nämlich zunächst herausfinden, was pünktlich überhaupt bedeutet. Auf den Konzertkarten stand, dass um 18:30 Uhr Einlass ist, Beginn um 20 Uhr. Auf der Website der Band hingegen hieß es: 20 Uhr Einlass, 22:30 Uhr Beginn.
Glücklicherweise entschieden wir uns für die spätere Zeit und waren dementsprechend erst gegen 21 Uhr vor Ort. Immer noch viel zu früh, wie sich herausstellen sollte. Andere Fans warteten schon seit 18:30 Uhr und forderten irgendwann lautstark ihr Geld zurück, insgesamt wurde die Menge immer unruhiger. Endlich, gegen 22:30 Uhr (also zur offiziellen Startzeit), kam der Veranstalter auf die Bühne - leider mit einer schlechten Nachricht: “Die Band ist noch nicht im Haus.”
Nach einer weiteren Dreiviertelstunde Warterei, in der so manch wartender Fan beschloss, schon einmal den Heimweg anzutreten, kamen East 17 endlich auf die Bühne. Kein Wort der Entschuldigung, stattdessen arrogantes Machogehabe und ein Bierchen in der Hand. Sie sangen ein paar ihrer alten Hits, auch ein paar neue Songs. Leider hatten Brian und John ihre Mikros vertauscht, so dass der Background-Gesang zu laut, der Lead-Gesang dagegen zu leise war. Bis sie das checkten, hatten sie die Soundleute jedoch schon x Mal gebeten, die Lautstärke anzupassen. Als sie also endlich die Mikros tauschten, war bereits alles völlig übersteuert und der Sound quasi unerträglich.
Auch die Boxen für die Bühne schienen nicht richtig zu funktionieren - vielleicht hätte man vorher einfach mal einen Soundcheck machen sollen?? Nach einer knappen halben Stunde, in der die Band immer wieder dazu aufrief, doch ihr neues Album zu kaufen (ganz sicher nicht!!) und konsequent die Buh-Rufe aus dem Publikum ignoriert hat, meinte Brian dann zu der Dame, die das Halbplayback steuerte “Skip right to the last song” - die Herren hatten also selbst keine Lust mehr und haben mal eben noch den ein oder anderen Song übersprungen. Das letzte Lied hieß passenderweise “Fuck you”. Na schönen Dank auch (wobei ich zugeben muss, dass es mir ganz gut gefallen hat *g*).
Nach gerade mal einer halben Stunde sind die Jungs also von der Bühne gegangen. Nach kurzer Wartezeit haben sie dann noch einen einzigen (leider völlig unbekannten) Song als Zugabe gespielt und das wars. Gut 27 Euro für viel Warterei und ein kurzes, schlechtes Konzert von arroganten Typen, die aus irgendeinem Grund der Meinung sind, sie könnten es sich erlauben, so mit ihren wenigen, verbliebenen Fans umzugehen. Ich wage zu bezweifeln, dass es so mit einem erfolgreichen Comeback klappt
Das beste Konzert, das ich je besucht habe
Kommen wir also zu etwas Positiverem: Dem besten Konzert, das ich je besucht habe (wer es bis hierhin noch nicht erraten hat: Das East-17-Konzert war dementsprechend das schlechteste Konzert *g*). Am 4.4. hat Pink die TUI-Arena in Hannover gerockt!
Nachdem allein die Vorgruppe Raygun so lange gespielt hat, wie East 17 insgesamt, und so für gute Stimmung gesorgt hat, ging es kurz nach 21 Uhr los mit einer sagenhaften Show unter dem Motto “Funhouse” (so heißt auch das aktuelle Album). Das beeindruckende Zirkus-Bühnenbild lieferte allerlei Gelegenheit für Pink, die Band, die Tänzer und die Akrobaten, dem Publikum eine mitreißende Show zu liefern. So schwebte Pink das ein oder andere Mal am Trapez oder in ein Tuch gehüllt über das Publikum hinweg und konnte mit aufregenden Stunts begeistern. Dabei traf sie selbst kopfüber noch jeden Ton!
Man hat gemerkt, wieviel Spaß sie auf der Bühne hat und wie fit sie ist - sie hat 2 Stunden durchgepowert und dabei so manche schweißtreibende Tanz- und/oder Akrobatikeinlage geliefert. Gesungen hat sie eine gute Mischung aus alten und neuen, schnellen und langsamen Songs, für Abwechslung sorgte z.B. ein Cover von Bohemian Rhapsody (Queen).
Richtig sympatisch, weil menschlich, wirkten zwei kleine Patzer - bei einem Song, bei dem sie Gitarre spielte, musste sie ein Mal neu anzählen, bei einem anderen Stück musste sie auch abbrechen und kommentierte das lachend mit den Worten “Ich war so nah dran, das Lied endlich mal komplett durchzusingen”. Auch als beim letzten Song ihr Mikro aussetzte, weil sie mitsamt dem Mikrofon ins Wasser getaucht wurde, erntete sie nur tosenden Applaus.
Zusammenfassend kann ich nur sagen: Toll gesungen, tolle Show, tolle Songauswahl, tolle Band, tolle Tänzer! Ich überlege ernsthaft, mir Karten für das Zusatzkonzert am 20. Dezember zuzulegen ![]()
