Nov 29 2009
Über 600 Hannoveraner demonstrieren lautstark gegen Atomkraft
Das Atomplenum Hannover, die BIU Hannover, Janun und die Wendland Kooperative hatten unter dem Motto “Atomkraft stoppen!” zu einer Demo durch Hannovers Innenstadt aufgerufen. Auf der Website fanden sich zudem viele weitere Unterstützer, darunter Organisationen, Parteien, Gewerkschaften und diverse Einzelpersonen. Mit Erfolg: 600 Demonstranten zogen am 28.11. trotz Kälte und Wind vom Gorlebenstein über den Hauptbahnhof, den Thielenplatz, den Opernplatz und das Kröpcke zum Steintor.
Mehrere kurze Reden am Start- und Endpunkt sowie beim Zwischenstop vor der EON-Niederlassung neben Kaufland sorgten für die richtige Stimmung und machten noch einmal deutlich, dass es keine Alternative zum Abschalten der AKWs und zum Umsteigen auf erneuerbare Energien geben kann. Die Gründe sind bekannt und vielfältig, sie reichen von mangelnder Sicherheit der Anlagen über die Endlagerproblematik bis hin zu den Gefahren für Mensch und Umwelt.
Im Gegensatz zur Berlin-Demo standen in Hannover erfreulicherweise nicht Wahlkampf & Selbstdarstellung im Mittelpunkt. Im Gegenteil, neben den wenigen Parteiflaggen sah man vor allem die Sonne mit dem “Atomkraft? Nein Danke!”-Schriftzug auf Fahnen, Aufklebern und Buttons. Erfreulich auch - neben den “Altbekannten”, die schon die letzten 30 Jahre gegen Atomkraft demonstriert haben, waren auch viele junge Leute auf der Demo.
Diese Veranstaltung hat mal wieder gezeigt, dass der Widerstand gegen die Atomkraft nach wie vor ungebrochen ist. Solange die AKWs nicht abgeschaltet werden, wird es immer wieder Aktionen dieser Art geben, deshalb sollte sich die Atomlobby eins merken: Wer Atomkraft sät, wird Widerstand ernten!
PS: Es gibt etwas, das jeder einzelne sofort und ohne großen Aufwand gegen Atomkraft tun kann: Den Stromanbieter wechseln. Es gibt ausreichend Ökostrom-Angebote. Wer Fragen dazu hat, darf mir gerne schreiben ![]()

Da böse Absicht zu unterstellen halte ich für gewagt. Außerdem sind auch 600 Menschen nicht viele.
Ökostrom kann sich nicht jeder leisten und solange Kohlekraftwerke die Alternative sind, bin ich (zähneknirschend) noch für Atomkraft.
Welche Stelle meinst du genau, bei der ich irgendwem böse Absicht unterstelle?
600 Menschen sind sicher nicht viele, aber für eine Regionalveranstaltung mit kurzer Vorlaufzeit und sehr kleinem Organisationsteam durchaus erfreulich. Klar, mehr wären noch schöner, das steht außer Frage
Zum Thema Ökostrom - in vielen Gegenden ist Ökostrom günstiger oder nur minimal teurer als der “normale” Strommix. Wer wirklich auf seine Kosten achten muss, sollte vielleicht mit Energiesparen anfangen, da lässt sich meist einiges einsparen. Mal von den Kosten für die Gemeinschaft abgesehen, die für die nächsten Jahrmillionen für die korrekte Lagerung des anfallenden Mülls bezahlen muss… Das ist definitiv die teuerste Variante.
Und nein, Kohlekraftwerke sind selbstverständlich nicht die Alternative zu AKWs. Die Alternative lautet Erneuerbare Energien, deren Ausbau durch AKWs gehemmt wird. Es gibt also keinen Grund für Atomkraft zu sein